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Über das Institut für Experimentelle Endokrinologie

Das Institut für Experimentelle Endokrinologie (IEE) ist seit 2008 auf dem Campus Virchow-Klinikum der Charité – Universitätsmedizin Berlin angesiedelt. Das Institut wurde 1951 gegründet und war zunächst im ehemaligen Pockenhaus der Charité untergebracht, heute das Aschheim-Zondek-Haus am Campus Charité Mitte.

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Das Institut vertritt das Fachgebiet Experimentelle Endokrinologie - die biologische Informations- und Kommunikationswissenschaft der Hormone - in Lehre und Forschung bei der Ausbildung von Studierenden der Medizin, Zahnheilkunde sowie der Charité-Masterstudiengänge und bietet eine Reihe spezieller Verfahren der Hormonanalytik für Forschung und Klinik an.

In der klinisch-orientierten Grundlagenforschung werden Aspekte der Funktionsstörungen verschiedener Hormonsysteme bearbeitet. Die Funktion und Regulation der Schilddrüsenhormonachse, die Bedeutung der Spurenelemente Iod, Selen und Eisen für die Hormonsysteme und in der Krebsentstehung sowie die Rolle von Hormonen, hormonähnlichen Substanzen ("endokrinen Disruptoren") und Selen in der Tumor- und Neurobiologie sind neue Forschungsthemen des Instituts.

Kooperationen und experimentelle Forschungsschwerpunkte

In dem interdisziplinären Forschungsprojekt EnForCé wurde seit 2002 die Grundlagenforschung über Hormone und ihre Funktionen mit der klinischen Anwendung, Diagnostik und Therapie verknüpft und Innovations- und Technologietransfer betrieben im Rahmen experimenteller Studien zur Entwicklung spezieller, östrogen- und androgen-wirksamer Substanzen mit selektiver Rezeptorwirkung für den therapeutischen Einsatz sowie Projekte im Bereich der Schilddrüsenhormon- und Diagnostika-Forschung bearbeitet. Mehr Details erhalten sie im Bereich "Geschichte des Instrituts".

Ein weiterer Schwerpunkt der experimentellen Forschung ist das entwicklungsbiologische Grundkonzept der hormon- und umweltabhängigen Selbstorganisation neuroendokriner Funktions- und Rückkopplungssysteme insbesondere der Schilddrüsen- und Steroidhormonachsen. Die Projekte des Instituts werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Europäischen Gemeinschaft, der Deutschen Krebshilfe - Dr. Mildred Scheel-Stiftung, dem BMBF, der EU, EFRE sowie der Technologie-Stiftung Berlin - Zukunftsfonds Berlin gefördert.

Insbesondere zu nennen sind - beide DFG-gefördert - die Klinische Forschergruppe 218 zum Thema 'Hormonal regulation of body weight maintenance' (2009 – 2015) sowie THYROID TRANS ACT - Translation of Thyroid Hormone Actions beyond Classical Concepts' (2012 – 2018). In letzterem Schwerpunktprogramm werden neue Wirkmechanismen von Schilddrüsenhormonen und ihren neu entdeckten Metaboliten untersucht. 

Darüberhinaus ist das Institut seit 2005 bis 2016 in zweiter Förderperiode Koordinationsstandort des ebenfalls DFG-geförderten Graduiertenkollegs 1208 "Hormonal Regulation of Energy Metabolism, Body Weight and Growth". Mehr Details erhalten sie im Bereich "Geschichte des Instrituts".

Zur Entstehung des Instituts

Die Geschichte des Instituts für Experimentelle Endokrinologie ist ohne die Entdeckung der Zelle und der Zellmechanismen sowie der bahnbrechenden Berliner Hormonforschung in den 20er- und 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts nicht zu denken: "Hormone" lösen als Botenstoffe im Blut die 'humoralen Säfte' der klassischen Medizin ab. Die experimentellen Methoden der Molekularbiologie, die als biochemische Prozesse verstanden werden, Antikörper-basierte hochempfindliche Nachweisverfahren und neue Entwicklungen wie "-omics" und Bioinformatik definieren den derzeitigen wissenschaftstheoretischen Forschungsschwerpunkt.  Die Entstehungsgeschichte des Instituts spiegelt diesen schrittweisen Wandlungsprozess.
Einige Details hierzu finden sich unter Geschichte des Instituts.